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Siempre Antifascista – Aktion in Cottbus

Dienstag 11. November 2008, auf Tag genau ein Jahr nach der Ermordung des Antifaschisten Carlos Javier Palomino in Madrid und knapp ein Monat nach dem Mord an Fjedor Filatov in Moskau. In beiden Fällen waren die Täter gewaltbereite Nazis, die vor einem Mord nicht zurückschrecken.

Um auf die Morde der Nazis aufmerksam zu machen, haben wir, die Antifaschistische Initiative Südbrandenburg (kurz AiSB), im Rahmen des bundesweiten Aktionstag eine Wand, beim Busbahnhof in Cottbus, nicht weit von einem Naziladen, gestaltet. Die Umsetzung erfolgte binnen einiger Stunden und konnte auch unter schweren Lichtbedingungen erfolgreich, wie ihr es auf dem Foto betrachten könnt, durchgeführt werden. In der Nacht zum 12. November fanden weitere einzelne Aktionen statt.

Wir wünschen uns damit, die Bürger etwas sensibilisiert zu haben. Jede/r, der nicht in das flache Weltbild der Nazis passt, kann leicht zum Opfer eines Übergriffs werden. Die Aktion soll auch die Aufmerksamkeit auf die katastrophalen Bedingungen Andersdenkender in Russland lenken.

Nazis gibt es überall, sowie es überall Menschen gibt, die das faschistische Gedankengut ablehnen und diesem, Tag für Tag entgegentreten, um die Ideale einer Gesellschaft, einer Welt ohne Rassismus, Faschismus und Ausgrenzung zu vertreten. Dafür sagen wir Danke, dafür kämpfen wir weiter! In diesem Sinne- SiEMPRE ANTiFASCiSTA!

Wir distanzieren uns von illegalen Aktionen, Bilder dienen nur der Archivierung.

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Aktuelles aus Lübben im Spreewald

Lübben, ein verträumter Ort im Spreewald, könnte mensch denken. Doch wer genauer hinschaut erwacht vielleicht nie wieder aus einem Alptraum.

Lübben: Für die einen ein touristischer Verkehrsknotenpunkt, mit der hübsch gestalteten Lübbener Schlossinsel und seinem Wächter und einer schönen restaurierten Altstadt mit einem spielenden Brunnen aufm Marktplatz und eine ins Baugerüst gehüllte Paul-Gerhardt-Kirche. Es gibt ausgiebige Spreekahnfahrten, Kanutouren in den Oberen und Unteren Spreewald. Naherholung für Kurzurlauber und gestresste Cottbusser und Berliner die der „Großstadt“ entfliehen und sich entspannen wollen.

Lübben: Für die anderen eine Angstzone und „No-go-area“ für „irgendwie andersartige“ (egal ob Schwarze Hautfarbe, Bunte Haare oder irgendwie Alternativ). Wo jeder der etwas gegen „Rechts“ agiert irgendwann dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Wo viele einfach nur zusehen, statt einzugreifen. Wo Nazis Angst und Schrecken verbreiten können und der Staat und die Öffentlichkeit mit beiden Schultern zucken und offenbar hilflos daneben stehen wenn der Naziterror wütet. Wo die Nazis als Feigenblatt dafür herhalten, das alles andere das kleinere Übel sei.
Mit polizeilichen Mitteln ist den Nazis nicht Herr zu werden (Razzia gegen den Bunker 88) und mit politischen Mitteln (Kauf des Bunker 88 durch die Stadt) erst recht nicht. Es mag sein, daß nun ein zentraler Treffpunkt weg ist. Das war aber längst nicht der Einzige. Nazis treffen sich in Lübben übrigens nicht nur verborgen in irgendwelchen geheimgehaltenen finsteren Höhlen, sondern ganz öffentich, zum Beispiel in der Breiten Straße am Haintor oder im Radensdorfer Jugendklub.

Würde mensch einige Bürger in Lübben auf „das Naziproblem“ ansprechen, würden viele wahrscheinlich gar keine bemerkt haben. Weil manche von ihnen entweder selbiges Gedankengut haben und „das kann ja nicht faschistisch sein“ oder sie immernoch glauben das Nazis Glatze, Springerstiefel und Bomberjacke anhaben. Und selbst wenn sie „Nazis entdecken“, so haben viele Lübbener andere Probleme als sich mit Nazis zu beschäftigen.

Es mag ja sein das ihr „Bunker88″ ein wichtiger Anlaufpunkt der lokalen Naziszene war und durch „Konzerte“ für eine fast schon automatische überregionale Vernetzung sorgte. Aber letztlich war der Bunker mehr als nur ein „Symbol“. Schließlich passierten öfters Übergriffe aus dem Bunker heraus.

Lübben ist weiterhin ein relativ ungestörter „Spielplatz“ für Neonazis, die auch mal über einen kurzen Zeitraum schnell ein paar Dutzend Kameraden mobilisieren können. Klar mögen einige Nazis eher politisch sein, andere Nazis lieber saufen, die nächsten erhoffen sich etwas vom Landtagswahlkampf und wiederum anderen ist die NPD nicht „national-sozialistisch“ genug. Trotzdem sind sie ALLE NAZIS! Wie wir sie nun letztlich nennen, ist ihnen bei ihren Anschlägen auf uns egal. Es gibt sie schon eine ganze Weile hier und auch wenn es mal „medial“ nicht so laut um sie war, so machen sie dennoch gezielte Übergriffe.

Ein Problem zum Beispiel ist, daß sich eingeschüchterte Leute noch nicht einmal trauen, von auf ihnen passierten Übergriffen zu reden. Ein anderes das der „Terror“ um einiges subtiler daher kommt, als sich das nichtbetroffene Leute vorstellen können.

Auch in eher „links besetzte“ Kreise dringen sie ein, versuchen gezielt herauszufinden wer „bei der Antifa dabei ist“ und „wer nicht“. Wer dann „erstmal die Füsse stillhält“ und „wer sich nicht so leicht einschüchtern lässt“ und trotzdem weiter macht. Für die Nazis ist das ein lustiges Spiel und wenn ihnen langweilig ist treiben sie es halt immer weiter. Es ist natürlich klar, daß mensch sich über kurz oder lang nicht verstecken oder verbergen oder gar weglaufen kann. Läuft mensch vor seinen Problemen weg springen sie einen in den Rücken und mißhandeln einen danach. Besonders leicht haben es die Nazis überregional, weil die Leute, die noch etwas anderes als „Spreewaldkähne“ sehen wollen, wegziehen. Die Vernünftigeren, die andere Mitmenschen auf dieses Nazi-Problem sensibilisieren könnten, hauen halt ab und die Nachwachsenden müssen sich erst einmal gegen die mittlerweile „älter gewordenen“ Nazis behaupten und dann noch den Drang verspüren ihre Nachbarn darüber aufzuklären.

Polizeilich ist mit ihnen erst recht nicht fertig zu werden. Zivilbürgerlich-Politisch auch nicht. Was sollte die Stadt denn noch tun? Reichen denn da nicht eins-zwei Sozialarbeiter und das medienwirksame „Aufkaufen“ eines Nazi-Treffpunktes? Ausserdem gibt es ja noch „linken Extremismus“! Was nützt all das wenn die Stadt im selben Ort z.B. in Lübben-Radensdorf einen Jugendklub betreibt, der faktisch als Anlauf- und Vernetzungsstelle dient, wenn „Kamerad“ nicht allein zur „Demo“ fahren möchte oder die nächsten Aktionen plant.

Auch vor Vertretern der bürgerlich-kapitalistischen Politik machten Nazis bisher kein Halt. Nazis bedankten sich zum Beispiel bei Frau Weber indem sie ihr Haus beschmierten und ein Transparent aufhingen mit der Überschrift: „Halbe ist bunt? Taten statt Worte“. Karin Weber ist Mitglied des Brandenburger Landtags für die Linkspartei. Sie solidarisierte sich in Lübben mit antifaschistischen Jugendlichen, lief in Lübben am 12. April 2008 bei einer Antifa-Demo mit und saß am 8.Mai 2008 mit Jugendlichen auf der Schlossinsel zusammen, um die „Befreiung vom Hitlerfaschismus“ zu feiern.

Nazis machten des öfteren Übergriffe. Die Lausitzer Rundschau schrieb anlässlich einer NPD-Mahnwache am 26.April 2008: „Lübben – Eine Gruppe alternativer Jugendlicher wurde von mehreren Rechten auf ihre Teilnahme an einer Anti-Nazi-Demonstration angesprochen. Die Rechten verfolgten die Jugendlichen und griffen einzelne Personen aus der Gruppe an. Einige der Betroffenen mussten sich im Krankenhaus ambulant behandeln lassen.“

Es war an diesem Tag zu einer Gegenkundgebung durch Antifaschist_Innen gekommen. Ca 15 Nazis, teilweise mit „Hakenkreuz“ und „Blood & Honour“ aufm T-Shirt, standen zeitweilig ca. 30 Antifaschist_Innen gegenüber, die sie die ganze Zeit mit Musik beschallten. Auch Manuel Hochratz, Antreiber der „Jugendoffensive Lausitz“, ließ es sich nicht nehmen mal vorbeizukucken. Und Heiko Lehmann, Verurteilter im Cottbusser Fragezeichen Prozeß, welcher auch schon 2 Wochen vorher bei dem Aufmarsch mitlief, stand die ganze Zeit bei der NPD.

2 Wochen davor organisierte eine sogenannte „Jugendoffensive Lausitz“ einen größeren „Naziaufmarsch“ mit ca 300 Nazis, denen 150 Antifaschist_Innen gegenüberstanden. Unterstützt wurde sie aus Leipzig und Berlin (u.a. Freie Nationalisten Rudow). Dieser Aufmarsch, der am 12. April 2008 stattfand, reihte sich in eine ganze Reihe von ähnlich konzipierten Neonazi-Aufmärschen in Südbrandenburg und Ostsachsen ein. Dasselbe Motto zum geplanten Aufmarsch und dieselbe Kampagnenartige Aufmachung wie auf deren Seite im Internet wurde bereits zur Mobilisierung zu Demos in Lübben, Bautzen und Hoyerswerda verwendet.

Diese Aufmärsche wurden maßgeblich aus dem ehemaligen Umfeld des „Lausitzer Aktionsbündnis“ um Sebastian Richter mit Unterstützung des JN-Stützpunktes Hoyerswerda (Junge Nationaldemokraten) organisiert. Das ehemalige „Lausitzer Aktionsbündnis“ und die damit verbundene „Jugendoffensive Lausitz“ sind inzwischen jedoch weitgehend in JN-Strukturen übergegangen – unter dem Druck von steigender Repression sind die Nazis damit einem möglichen staatlichen Verbot zuvorgekommen.

Die Polizei ging hingegen teilweise repressiv gegen ca 25 Jugendlichen vor, die am 8.Mai 2008 zu Ehren der „Befreiung vom Faschismus“ auf der Lübbener Schlossinsel ein antifaschistisches Picknick mit Transparenten gegen Nazis machten. Nazis die sich zu einem Überfall angekündigt hatten, blieben an diesem Tag weg. Zuvor wurde beim Sowjetischen Ehrenmal in der Friedenstraße dem 8.Mai gedacht.

Beim antifaschistischen Fußballturnier in Lübben am 28. Juni 2008 versuchten die Nazis zu zeigen, das Lübben ihnen gehört. Dort waren ca 80 Linke, die ungefähr 8 Frauen- und Mannschaften bildeten. Mannschaftsnamen wie Bumsebienchen, Sportgruppe Ost, Heimvorteil, The Nice Guys, Fußtek waren zu vernehmen. Zuallererst lief Baumann mit Frau, Kind und Hund vorbei. Der hatte schon am 12. April aufm Marktplatz die „Antifa-Demo“ abfotografiert. Nun tat er scheinheilig so, als ob er nur zufällig da sei. Das er nicht zufällig da vorbeiläuft hat man gesehen, als er beim 2. Mal ohne Kind, mit Frau und Hündchen nochmal vorbeilief und dann NOCHMAL. Es ließen auch Bierwagen und Greschke nicht lange auf sich warten. Reichelt traute sich damals nicht so weit ran. Dann kam noch ein Grüppchen dessen Anführer Figula war. Erst kamen sie zu zweit. Sein Kamerad hatte ein „Freiheit für Ernst Zündel“ T-Shirt an. Ernst Zündel sitzt wegen Holocaustleugnung im Gefängnis. Als sie dann noch 2 weitere Frauen dabei hatten kamen ihnen aufeinmal 30 Antifaschist_Innen entgegen. Das hat ihnen wohl soviel Angst gemacht, das sie sich den ganzen restlichen Turniervlauf nicht mehr blicken ließen. Lothar Bretterbauer von der CDU, seinerseits Bürgermeister von Lübben, fuhr sogar mit dem Fahrrad vorbei. Im Halbfinale spielten dann „Fußtek“ gegen „Aufs Maul“. Es gewann Fußtek. Im Finale spielten zwei Lübbener Mannschaften, das wäre so als wenn Bayern-München gegen Hertha im Europapokalfinale spielen würde. In der ersten Halbzeit führte „Heimvorteil“ gegen „Niceguys“ bereits 4:1. Letztlich gewann Heimvorteil 6:3.

Das war die 3. oder 4. Klatsche die sich die Nazis innerhalb von 3 Monaten holten.

Reichelt und Wassermann

Dick und Doof heissen in Lübben: Wassermann und Reichelt. Diese sind 2 Nachwuchsnazikader. Sie sind schon am Vorabend des 12.April, also der Antifa-Demo und Naziaufmarsch, mit „Fetter Kamera“ mehrmals am „Nevermind“, eine linksalternative Musikkneipe in Lübben, vobeigefahren und haben offensichtlich Leute gefilmt die draussen standen. Irgendwann stellten sie sich provokativ direkt in die Bergstraße, mit 4 Kameraden plus Kamera im Auto hin. Als 30 Augenscheinliche Linke plötzlich um ihr Auto rumstanden, rasten sie mit 70 Sachen die Bahnhofstraße runter und wurden von der Polizei angehalten. Gleichzeitig wurde ja damals in Spremberg „Schwarze Pumpe“ im Bunker 38 ein Nazitreffen aufgelöst. Der Bunker 88 in Lübben wurde ja durch die Stadt medienwirksam aufgekauft und als der ultimative Kampf gegen Nazis verkauft. Vorher wollte man auch mal dem „Forum gegen Rechte Gewalt“ die Mittel streichen.

Später am Abend tauchten nochmal im strömenden Regen ein dutzend Nazis auf, denen Am Haintor wohl zu kalt war. Sie wollten wohl Ärger machen und wurden weggeschickt. Am nächsten Abend, nach den Demos fuhren Nazis ebenfalls Streife, trauten sich aber zum Beispiel nicht auszusteigen, als Antifaschisten aus Langeweile in der Nacht aufm Marktplatz Antifaparolen rumgrölten.

Einmal saßen Antifas mit Propagenda am Bahnhof rum. Wassermann fuhr mit Fahrrad vorbei, 2 Minuten später waren 2 Einsatzfahrzeuge der Nazis da, sie fuhren wieder weg.

2 Wochen nach den Aufmärschen, am 26.April 2008 waren die sich blamierende NPD und die Antifa schon wieder aufm Marktplatz. Als die Antifa-Demo wieder am Bahnhof ankam. Stand Reichelt mit ein paar Fußballfreunden am Bahnhof rum, um zum Energie-Spiel zu fahren. Aber musste nicht denken, daß der irgendwie die Klappe aufgemacht hat.

Andere wichtige Kader sind Martin Jahn und Figula. Martin Jahn hat zum Beispiel Heldenhaft den Bunker88 verteidigt, als die Bullen den stürmten. Ausserdem wurde er beim Zupflastern des Arbeitsamtes in Lübben gesehen. Insbesondere die Radensdorfer Jungnazis dürfen bei keiner Nazi-Aktion fehlen. So waren diese bereits 2006 auf der Naziaufmarsch in Lübben dabei und trugen ein „Freiheit für Zündel“-Transparent.

Manuel Kossatz und David Schmidt

Ältere Nazis sind Manuel Kossatz und David Schmidt. Diese sind schon seit 13 Jahren in der Lübbener Naziszene aktiv. David Schmidt trat zum Beispiel als Mieter des Bunker88 in Erscheinung.

Wer allerdings glaubt das die Nazis desorganisert sind der täuscht sich. Sie gehen gezielt gegen einzelne vor und treten des öfteren auch in großen Gruppen auf, insbesondere in den letzten Wochen. In letzter Zeit versucht auch die NPD das Nazipotenzial Lübbens für sich zu vereinnahmen. Bisher gab es eigentlich ein relatives Desinteresse der meisten Nazis an dieser Partei, ob das anders geworden ist werden ja die Kommunalwahlen zeigen.

Antifa Verteilaktion in Spremberg

Am Sonntag dem 03.08 trafen sich mehr als 30 Antifaschistinnen und Antifaschisten in Spremberg bei Cottbus. Um aktiv auf der Straße, Flyer und Zeitungen zur Kampagne „Keine Stimme den Nazis“ zu verteilen und über regionale Nazistrukturen und den kommenden Kommunalwahlen, in denen die NPD verstärkt antreten will, aufzuklären.

Die vielen Passanten, welche zu diesem Zeitpunkt auf dem zentralen Marktplatz unterwegs waren, suchten vermehrt das Gespräch und waren interessiert, aber auch schockiert über die Brutalität und über das vermehrte Auftreten der immer stärker werdenden Rechten in der Region. Dabei ist sowohl der Bunker 38 zu nennen, welcher als regelmäßiger Treffpunkt der rechten Szene in Südbrandenburg gilt, als auch der feige Übergriff von Rechten auf das Auto einer Familie, die den Nazis ein Dorn im Auge war. Des Weiteren kam es in der Vergangenheit zu häufigen Haus- bzw. Schulbesuchen von Anhängern der rechten Szene, um Linke und alternative Jugendliche einzuschüchtern.
Nachdem hunderte Flyer und Zeitungen verteilt wurden, kam es am Ende noch zu einer Konfrontation mit ein paar
Faschos, die sich durch die anwesenden Antifas gestört fühlten und einen Aktivisten leicht attackierten. Im Zuge dessen wurde das Auto eines Nazis leicht beschädigt. Daraufhin rief dieser die Bullen.
Als Resultat zogen sich sowohl Nazis als auch Antifas zurück, um den Konflikt mit der Polizei aus dem Weg zu gehen.
Dennoch zeigt dieser Übergriff und die zahlreiche Präsenz von Nazis, welche vermehrt aus dem Kickbox Umfeld kommen, deutlich, wie wichtig es ist, in Spremberg und Umgebung weiter aktiv zu sein und den Nazis keinen Zentimeter zu überlassen. Wir machen weiter!

29.08-31.08.2008 in Finsterwalde

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Es ist die Zeit der immer stärker werdenden Kontrolle bis in die tiefsten Lebensbereiche. Es ist die Zeit, in der jede/r, welche/r sich nicht opportunistisch und konform der herrschenden Klasse gegenüber verhält, stigmatisiert, gejagt und geächtet wird; im Namen einer Freiheit, die nicht existiert!
Es ist die Zeit, in der Freiheit nicht existieren kann, insofern Mensch diese nicht erkämpft! Es ist die Zeit, in der freiheitliche Gedanken in die Tat umgesetzt werden müssen, in Form von Direkter Aktion und zwar genau da, wo sie nicht zurückgedrängt bzw. ignoriert werden können:
In der Öffentlichkeit, auf der Straße also den Bereich, die sowieso ALLEN gehört!
Es ist die Zeit, die Stadt zurückzuerobern. Mit kreativen, subversiven Aktionsformen, um der Öffentlichkeit eine andere Kultur und eine andere Art zu leben entgegenzusetzen!

Verschiedene Formen der Freiräume Verdrängung machen auch vor der Provinz nicht halt. Hier in Finsterwalde gab es mehrere Squats, welche mittlerweile ausnahmslos geräumt sind. Übrig geblieben ist wenigstens ein Wohnprojekt, leider auf Mietbasis, welches der Stadt „gehört“. Dieses Haus ist auch der Dreh- und Angelpunkt unserer Veranstaltung, zu der wir euch herzlich einladen. Dazu gilt es noch anzumerken, das unser reclaim the City-Fest nicht die einzige Veranstaltung ist, die am Wochenende vom 29.08-31.08.2008 in Finsterwalde läuft(leider):
Es findet nämlich noch das sogenannte „Sängerfest“ statt, welches seinen Bezug auf Finsterwalde als „Sängerstadt“ nimmt und in typischer Volksfestmanier mit einer Vielzahl von Bühnen und noch mehr Bierständen alle zwei Jahre an die nochmals 20.000 Gäste in die 20.000- EinwohnerInen-Stadt lockt. Durch den damit einhergehenden Lokalpatriotismus der ganz groß gefeiert wird, fühlen sich natürlich auch die örtlichen Nazis eingeladen, welche in einer beachtlichen Zahl anwesend sein werden. Chronisch verdrängt werden bei solchen Feierlichkeiten alternative Kulturen, denn die passen den OrganisatorInnen des „Sängerfestes“ nicht so recht ins Bild. Stattdessen ist das Kulturangebot eher einseitig, was uns motiviert, da anzusetzen und einen Gegenpol zu bieten zu bürgerlichem Mainstream und rechtem Rand. Es wird ein musikalisches Angebot unserseits geben, sowie Augen- und Gaumenschmaus und Workshops, bei denen sich ausgetobt werden kann. Gleichzeitig bieten wir einen Schutzraum für all die Leute die auf Nazis keinen Bock haben, denn in der Hinsicht wird Finsterwalde als unsicher betrachtet werden müssen!
Auch die im September anstehenden Kommunalwahlen werden von uns thematisiert, sowie der immer ernstere Versuch der NPD, in Finsterwalde Fuß zu fassen. Die Möglichkeit von entsprechenden Aktionen an diesem Wochenende „halten wir uns offen“!
Also kommt zahlreich zum RECLAIM-THE-CITY-FESTIVAL uns zeigt mit uns, dass es eine Vielzahl anderer Möglichkeiten und Aspekte gibt zu leben und zu feiern, außerhalb der kapitalistischen Verwertungslogistik!

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Freitag: ab 18 Uhr Konzerte

Chemieverseucht (HC-Punk/Halle)
El Gato (Stoner-Rock/Finsterwalde)
Sweet Day Killing (Metalcore/Finsterwalde)
Human Waste (Punkrock/Gröditz)
Second Try (HC-Punk/NRW)

Samstag:

Ab 11 Uhr
-Frühstück
-“Kidz-Time“-spielen und basteln für die Kiddies
-Graffiti-Workshop
- 13-17 Uhr Schablonenworkshop

Ab 18 Uhr
-Stoerenfried (Noise (MK-Ultra/DD))
-Mean Bean (Breakcore&Hardcore (MK-Ultra/DD))
-Miasma (Breakcore, Dubstep, Experimental (MK-Ultra/Dresden))
-Hexogen (live (Protek/Dresden))
-Mabuse (Protek/Dresden)
-Backi vs Selen (Dorfcore/Finsterwalde)

Sonntag:
Ab 11 Uhr
-Frühstück
-Kidz-Time
-Graffiti-Workshop
Ab 16 Uhr
-999 (Punkrock/Dresden)
-Total Konfus (Punkrock/Dresden)
- Built in trust (Oldschool-HC/Senftenberg)
-Human Kapital (Punk/Nürnberg)

Die Veranstaltungen finden in der Naundorferstraße statt!

-Lecker Vokü gibt´s das ganze Wochenende über

-Ebenso das ganze Wochenende zeigen wir unterschiedliche Filme in zeckigem Kino-Ambiente

-Im Haus wird es eine Ausstellung mit alternativer Kunst von unterschiedlichen Künstlern geben

-Am Graffiti-, Kletter und Schablonenworkshop können reichlich Menschen teilnehmen. Material und Fläche werden ausreichend zur Verfügung gestellt. Beim Graffiti-Workshop wäre eine Spende angenehm.

Bis Bald wir freuen uns auf euch.

Cottbuser GESICHT ZEIGEN Festival gesichtslos

Das GESICHT ZEIGEN – Laut Gegen Nazis Festival in Cottbus mit Bands wie K.I.Z, Boundzound und den Wir sind Helden fand am 28. Juni 2008 statt. Gesicht sollte gegen Nazis, Rassismus und Gewalt gezeigt werden – nur blieben die Massen aus.

„Mehr Bildung für Faschisten,“ steht auf einem Aufkleber an einer Toilettentür der Mädchen auf dem Campus-Gelände der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus, auf dem das diesjährige Sommerfest unter dem Motto: „Gesicht zeigen – Laut gegen Nazis“ am 28. 06. statt fand.
Einige wenige trugen T-Shirts mit der Aufschrift: „Ich bin laut – gegen Nazis“, aber diese fielen gar nicht auf, in der Masse von Fan-Shirts der Ärzte, Mia und den Wir sind Helden. Letztere waren das i-Tüpfelchen der Veranstaltung, unterstützt von K.I.Z., Boundzound und der regionalen Band Garp. Das Festival sollte ein Statement abgeben, eine Meinung gegen Gewalt und Rassismus.
Namensgeber des Events war der Verein Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland e.V., der gegen Rassismus und für Toleranz kämpft. Prominente wie Henry Maske und Günter Jauch sind Mitglieder dieses Vereins. Die Geschäftsführerin Rebecca Weis (45) erklärt: „Gerade im Sommer 2000 gab es viele rechtsradikale Übergriffe. Das erinnerte sehr an das organisierte Verbrechen.“
Nationalsozialistische Parteien erhalten immer mehr Macht und neuen Zulauf. Auch in Brandenburg lassen die Kommunalwahlen nicht mehr lange auf sich warten, und somit auch die Chance der Rechten, in die kommunalen Parlamente zu gelangen und sich somit eine Basis für die Landtagswahlen 2009 aufzubauen. In Cottbus ist es schon zu zahlreichen Übergriffen von Neonazis auf ausländische oder anders denkende Studenten der BTU Cottbus gekommen. Aus diesem Anlass wurde die Festival-Idee ins Leben gerufen, um sowohl der NPD als auch den kleinen, gewalttätigen Nazis auf der Straße zu zeigen, dass viele Menschen nicht mit rechter Gewalt und den neuen Ideen des Nationalsozialismus einverstanden sind.
Erwartet wurden mehr als 3000 Menschen, doch diese Rechnung ging nicht auf. Nicht einmal 1000 Besucher zeigten an diesem Samstag ihr Gesicht. Woran lag es?
Franziska Schmidt (20) hat eine Freikarte bekommen und war eigentlich nur wegen der Musik da. „Es ist einfach zu teuer,“ sagte sie. Sie meint, der Preis von 20 Euro an der Vorverkaufskasse habe wahrscheinlich alle abgeschreckt. Dafür, dass diese Veranstaltung von Studenten für Studenten organisiert wurde, waren relativ wenige davon anzutreffen. Franziska selbst konnte nur einige ausmachen. „Studenten haben eben kein Geld,“ versucht sie das Wegbleiben der Studierenden zu erklären.
Während sich auf dem Campus nur wenige Lausitzer aufhielten, und Garp vor ca. 50 Menschen spielen durften oder mussten, versammelten sich andere hinter der Absperrung, in der Hoffnung, etwas hören oder sogar sehen zu können. Eine 20-jährige Studentin, die anonym bleiben möchte, stand ganz traurig hinter der Absperrung. „Ich habe kein Geld. Ich dachte, wenn schon mal was gegen Rassismus veranstaltet wird, sollte man auch hingehen, aber 25 Euro an der Abendkasse sind echt zu viel,“ beschwert sie sich. „Das ist schon eine Frechheit, gerade in so einer Nazi-Stadt wie Cottbus.“
Paul Schäpe (21), ein Student, der sich die Karte leisten konnte, ist trotzdem enttäuscht. „Prinzipiell ist diese Veranstaltung eine gute Idee, aber bis jetzt habe ich gegen Rechts nur den Stand hinter mir mitbekommen,“ kommentiert er. Der Stand hinter Paul machte Werbung für die Kampagne „Laut Gegen Nazis“ unter die das Festival lief. Diese Kampagne zeigt auf solchen Veranstaltungen immer wieder Präsenz und kämpft mit medialer Kraft gegen Rechts. Björn Minge, Mitglied der Kampagne, meint, Festivals wie das GESICHT ZEIGEN seien „wichtig, um junge Leute dazu zu bringen, über das Thema nachzudenken.“
Schon vorab gab es scharfe Kritik. Überraschenderweise fielen Verbal-Attacken der Nazis aus. Dafür gab es umso mehr Anfeindungen von Linken und Demokraten, die meinten, das Festival sei inhaltlich zu schwach, eine reine Musikveranstaltung eben.
Das Problem war die fehlende Unterstützung vom Studienrat, der dieses Event als „sinnlos“ bezeichnet hätte, sowohl Studenten als auch Stiftungen und Organisationen. Große Organisationen wollten mit dieser Veranstaltung einfach nichts zu tun haben, weil diese gegen Rassismus war. Begründung: Eine Anstalt öffentlichen Rechts dürfe nicht politisch sein. So konnte nur auf viele Besucher gehofft werden, die bereit waren ihr Gesicht zu zeigen und ihr Portemonnaie zu leeren.
Die Veranstalter selbst gingen dabei aber mit schlechtem Beispiel voran. Diese wollten weder gefilmt, noch mit Namen genannt werden, aus Angst vor rechtsradikalen Übergriffen.
Saskia Löbner (21) versteht die Welt nicht mehr. Sie war schon 2006 bei einem BTU Campus Festival. Damals haben Juli gespielt und es war „rappenvoll“. Dies lief allerdings nicht unter dem Namen: Gesicht zeigen gegen Gewalt und Rassismus.
„So eine Veranstaltung mit diesem Statement sollte öffentlich, und für alle zugänglich sein,“ sagte Saskia.
Selbst die Band Wir Sind Helden war sichtlich enttäuscht von der kleinen Menschenmasse. Engagiert animierten sie Publikumsrufe wie „Gegen Rechts, Gegen Rechts“ und beim nächsten Mal mehr Leute mitzubringen. Judith Holofernes, Sängerin der Band, sagte: „Wir könnten den Platz noch füllen. Ihr müsst nur schnell genug hin- und herlaufen.“
Lag es nun an der fehlenden Organisation? An der Idee? An der Angst der Besucher, Gesicht zu zeigen? In Cottbus wohnen vielleicht ein paar Nazis zu viel, aber dafür sind auch die Anti-Rassisten nicht wenige. Neben der Antifa, der linken Szene und den Punkern im Park gibt es noch viele andere, aus allen Altersklassen, die gegen Rechts sind. Vielleicht sollte man beim nächsten Mal einfach realistischer sein und nicht so bekannte Bands einladen, die man eh nicht bezahlen kann. Um den Eintrittspreis so gering wie möglich zu halten, müssen eben regionale, kleine Bands her. Dann steigen auch die Besucherzahlen und somit die Gesichter, die gegen Rechts gezeigt werden.